Fachlich geprüft von , Architekt (Architektenkammer Baden-Württemberg) ·

Rechner: Dachschräge nach Zonen

Raumlänge, Raumbreite, Kniestockhöhe und Firsthöhe in Metern. Ergebnis: anrechenbare Wohnfläche plus Aufteilung 100 % / 50 % / 0 %.

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Boden bis Beginn der Schräge
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Boden bis höchster Punkt
Dieser Rechner dient zur Orientierung. Für eine rechtsverbindliche Wohnflächenberechnung wenden Sie sich an einen Sachverständigen.

Drei-Zonen-Regel nach WoFlV § 4

Die Wohnflächenverordnung teilt jeden Raum mit Dachschräge in drei Höhenzonen ein. Diese Regel gilt für alle Wohnräume, unabhängig davon, ob es sich um eine Mietwohnung oder Eigentum handelt.

100 % Über 2 m Raumhöhe Diese Fläche zählt vollständig zur Wohnfläche. Hier können Sie normal stehen und Möbel ohne Einschränkung aufstellen.
50 % 1 m bis 2 m Raumhöhe Diese Fläche wird zur Hälfte angerechnet. Typischerweise nutzbar für niedrige Möbel, Regale oder Stauraum.
0 % Unter 1 m Raumhöhe Diese Fläche zählt nicht zur Wohnfläche. Oft als Abstellfläche hinter Kniestockverkleidungen genutzt.

Rechenbeispiel: Dachzimmer 5,00 m × 4,00 m

Grundfläche 20,00 m², Kniestock 0,80 m, First 3,50 m (symmetrisches Satteldach). Steigung: (3,50 − 0,80) / 2 = 1,35 m Höhe pro Meter Breite.

Zone Grundfläche Satz Wohnfläche
Über 2 m11,11 m²100 %11,11 m²
1–2 m7,41 m²50 %3,70 m²
Unter 1 m1,48 m²0 %0,00 m²
Summe20,00 m²14,81 m²

Statt 20,00 m² Grundfläche zählen 14,81 m² Wohnfläche. Dieselben Werte oben eintragen, um das Ergebnis zu prüfen. Alle Räume einer Wohnung: Wohnfläche berechnen.

So messen Sie Kniestock und First

  1. Raumlänge und -breite: lichte Innenmaße vom fertigen Fußboden, Wand zu Wand.
  2. Kniestockhöhe: senkrecht vom fertigen Boden bis zum Beginn der Schräge (nicht Rohboden).
  3. Firsthöhe: senkrecht vom Boden bis zum höchsten Punkt unter dem First.
  4. Zonen am Boden markieren: wo die lichte Höhe 1 m bzw. 2 m erreicht – das sind die Streifen für 0/50/100 %.

Der Rechner oben nimmt ein symmetrisches Satteldach an. Bei Gauben den Gaubenbereich getrennt als Vollraum rechnen.

Verschiedene Dachformen und ihre Auswirkung

Satteldach (symmetrisch): Die häufigste Form. Die Schräge steigt von beiden Seiten gleichmäßig zum First an. Der Rechner oben geht von dieser Form aus.

Pultdach (einseitig): Nur eine Dachseite ist geneigt. Der nutzbare Bereich ist häufig größer, da eine Wand volle Höhe hat. Geben Sie für diese Fälle die halbe Raumbreite und den Kniestock nur einer Seite ein.

Mansarddach: Hat einen Knick in der Dachfläche. Der untere Teil ist steiler, der obere flacher. Führt in der Regel zu mehr anrechenbarer Fläche als ein Satteldach gleicher Traufhöhe.

Gauben: Dachgauben erhöhen die Raumhöhe punktuell und vergrößern die anrechenbare Wohnfläche. Für eine genaue Berechnung sollte der Bereich der Gaube separat betrachtet werden.

Häufige Fehler bei der Dachschräge

  • Grundfläche als Wohnfläche angeben: Die volle Länge × Breite ist nicht die Wohnfläche – die Zonen-Abzüge fehlen.
  • Kniestockhöhe falsch messen: Messen Sie vom fertigen Fußboden, nicht vom Rohboden.
  • Gauben nicht separat rechnen: Gauben erhöhen die Höhe lokal und müssen getrennt betrachtet werden.
  • Raumhöhe unter Balken messen: Relevant ist die Höhe unter der Dachschräge, nicht unter einem Querbalken.

Dachgeschoss-Wohnfläche berechnen

Im Dachgeschoss gilt dieselbe WoFlV-Methode wie in jedem anderen Zimmer mit Dachschräge: Die Grundfläche wird je nach Raumhöhe anteilig angerechnet. Da Dachgeschosszimmer oft nur wenige Bereiche mit voller Stehhöhe haben, liegt die anrechenbare Wohnfläche des Dachgeschosses häufig 20–40 % unter der geometrischen Grundfläche.

Geben Sie für jedes Dachgeschoss-Zimmer die Kniestockhöhe und die Firsthöhe in den Rechner oben ein – das Ergebnis ist die anrechenbare Wohnfläche gemäß WoFlV § 4.

Häufige Fragen

Wie wird die Dachschräge bei der Wohnfläche berechnet?

Nach § 4 WoFlV wird die Fläche unter einer Dachschräge in drei Zonen eingeteilt: Unter 1 m Raumhöhe zählt 0 %, zwischen 1 m und 2 m zählt 50 %, über 2 m zählt 100 %. Der Rechner teilt die Fläche automatisch in diese Zonen auf.

Was ist der Kniestock?

Der Kniestock (auch Drempel) ist die senkrechte Wand zwischen Geschossdecke und dem Beginn der Dachschräge. Die Kniestockhöhe bestimmt, ab welcher Höhe die Schräge beginnt, und beeinflusst direkt die anrechenbare Wohnfläche.

Was ist die Firsthöhe?

Die Firsthöhe ist der höchste Punkt des Dachraums, gemessen vom Fußboden bis zum Dachfirst. Zusammen mit der Kniestockhöhe und der Raumbreite ergibt sich daraus die Dachneigung.

Wie messe ich die Dachschräge am besten?

Messen Sie die Raumbreite (von Wand zu Wand), die Kniestockhöhe (Boden bis Beginn der Schräge) und die Firsthöhe (Boden bis höchster Punkt). Bei einem symmetrischen Dach reichen diese drei Maße.

Gilt die Dachschrägen-Regel auch bei Mietwohnungen?

Ja. Die WoFlV gilt für alle Wohnungen. Wenn die im Mietvertrag angegebene Wohnfläche die Dachschräge nicht korrekt berücksichtigt und um mehr als 10 % abweicht, kann der Mieter die Miete mindern.

Wie berechnet man die Wohnfläche im Dachgeschoss?

Die Wohnfläche im Dachgeschoss berechnet sich nach WoFlV §4 mit der Drei-Zonen-Regel: Flächen mit weniger als 1 m Höhe zählen 0 %, zwischen 1 m und 2 m zählen 50 %, ab 2 m zählen 100 %. Kniestockhöhe und Firsthöhe in den Rechner eingeben – das Ergebnis ist die anrechenbare Dachgeschoss-Wohnfläche.